CHANNUKA - Tempelweihe - Lichterfest - חֲנֻכָּה

Zurzeit feiern die Israeliten und die messianischen Juden das Chanukka Fest. Chanukka (Hanukka) erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im jüdischen Jahr 3597 (164 v. Chr.) nach dem erfolgreichen Makkabäer Aufstand der Juden Judäas. Dies können wir im Ersten Buch der Makkabäer (in den Apokryphen), bei Flavius Josephus und im Talmud nachlesen. Nach der ausführlichen Tempelreinigung und der Entfernung des Zeus-Altars wurde der Tempel wieder JHWH, dem Gott Israels und auch unser christlicher einzigwahre Gott, geweiht. Da die Menora, der siebenarmige Leuchter im Tempel, niemals erlöschen darf, war es wichtig sofort wieder geweihtes Öl herzustellen, da laut Überlieferung nur noch genügend Öl für einen Tag vorhanden. Durch ein Wunder hielt das Öl jedoch genau acht Tage – die Zeit, die man zur Herstellung geweihten Öls brauchte. Daran erinnern die acht Lichter des 8- bzw. 9-armigen Leuchters Chanukka. Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen.


Der Chanukka-Leuchter hat heute oft neun Arme oder Lichterhalter, wobei das neunte Licht der Diener (hebräisch שׁמשׁ Schamasch) ist. Nur mit diesem dürfen die anderen angezündet werden, nachdem die notwendigen Segen (hebräisch ברכה Brachot) gesprochen wurden (siehe unten). Ein messianischer Jude erklärte mir, dass die Schamsch unseren Diener Jesus, unsern Retter und unser Licht, darstellt mit dem wir unser Licht in unserem Tempel (Herzen) entzünden.


Chanukka fällt in den zehnten Monat, d.h. es wird im November-Dezember gefeiert. Auch Jesus feierte das Fest der Tempelweihe (Joh. 10,22). Da der zweite Tempel 70 n.Chr. zerstört wurde, feiert man dieses Erinnerungsfest im Kreise der Familie. Es ist ein fröhliches Fest an dem die Juden sich beschenken. Man isst Sufganiyot (Berliner Pfannkuchen, Krapfen) und Latkes (Kartoffelpuffer) und spielt verschiedene Spiele. Am bekanntesten ist das Dreidel (Kreisel) drehen. Er ist würfelförmig und auf jeder der vier Flächen ist ein hebräischer Buchstabe geschnitzt:

נ Nun bedeutet nichts

גGimmel heißt alles

הHeh ist halb und

שSchin meint herein tun


Es sind die Anfangsbuchstaben des Satzes: Nes gadol haja scham! Das bedeutet: Ein großes Wunder ist geschehen!

Der erste Abend wird besonders gefeiert und hierzu werden drei besondere Segenswünsche gesprochen:

  1. Gepriesen seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der Du uns geheiligt durch deine Gebote und uns geboten, das Chanukkalicht anzuzünden.

  2. Gepriesen seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der Du Wunder erwiesen unseren Vorfahren in jenen Tagen zu dieser Zeit.

  3. Gepriesen seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der Du uns hast Leben und Erhaltung gegeben und uns hast diese Zeit erreichen lassen.

An den anderen Abenden werden nur der erste und zweite Segensspruch aufgesagt. Am letzten Abend jedoch wird auch Psalm 30 (welcher an die Einweihung des ersten Tempels erinnert) oder das Lied „Maos Zur“ (Video von dem Yeshiva College South Africa) (dt. O mächtiger Fels) vorgetragen bzw. gesungen.


Ich wünsche allen Lesern ein fröhliches Lichterfest - Chanukka sameach!


(Links führen zu den entsprechenden Bibelstellen im Bibelserver.)

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Psalm 30

1 Ein Psalm; ein Lied zur Einweihung des Hauses. Von David.

2 Ich will dich erheben, o HERR, denn du hast mich herausgezogen, dass meine Feinde sich nicht freuen durften über mich.

3 HERR, mein Gott, zu dir habe ich geschrien, und du hast mich geheilt.

4 HERR, du hast meine Seele aus dem Totenreich heraufgebracht; du hast mich belebt aus denen, die in die Grube hinabfahren.

5 Lobsingt dem HERRN, ihr seine Getreuen, und preist seinen heiligen Namen!

6 Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang; am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel.

7 Und ich sprach, als es mir gut ging: »Ich werde ewiglich nicht wanken!«

8 HERR, durch deine Gnade hattest du meinen Berg fest hingestellt; als du aber dein Angesicht verbargst, wurde ich bestürzt.

9 Zu dir, HERR, rief ich; zu dem Herrn flehte ich [um Gnade]:

10 »Wozu ist mein Blut gut, wenn ich in die Grube fahre? Wird dir der Staub danken, wird er deine Treue verkündigen?

11 Höre, o HERR, und sei mir gnädig; HERR, sei du mein Helfer!«

12 Du hast mir meine Klage in einen Reigen verwandelt; du hast mein Trauergewand gelöst und mich mit Freude umgürtet,

13 damit man dir zu Ehren lobsinge und nicht schweige. O HERR, mein Gott, ich will dich ewiglich preisen!

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