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Wegmarke 4 –
Die Mitte des Weges

Ich kann nicht mehr

Der Weg ist steiler geworden.

Steine drücken durch die Sohlen meiner Schuhe.
Meine Füße schmerzen bei jedem Schritt.
Blasen haben sich geöffnet.

Mein Wasser ist fast aufgebraucht.

Die Sonne steht hoch.
Der Schatten ist fern.

Ich setze mich auf einen Felsen.

Zum ersten Mal seit meinem Aufbruch
weiß ich nicht, wie es weitergehen soll. 

Ich hebe meinen Blick. 

Die Berge ragen vor mir auf. 

Woher wird mir Hilfe kommen?

Ich habe losgelassen,
was mich zurückgehalten hat.

Ich bin gegangen,
so gut ich konnte.

Und doch bin ich jetzt hier.

Erschöpft.
Verwundet.
Still.

Ich senke den Blick.

Und frage leise:

Gott,
wo bist Du?

Die Begegnung

Ich weiß nicht, wie lange ich dort sitze.

Dann höre ich Schritte.

Langsam.
Ruhig.

Jemand bleibt neben mir stehen.

Er sagt nichts.
Er setzt sich einfach neben mich.

Seine Gegenwart ist still.
Und doch tröstend.

Er reicht mir Wasser.
Ich trinke.

Er gibt mir Brot.
Ich esse.

Er sieht meine Füße,
meine Müdigkeit,
meine Erschöpfung.

Doch in seinem Blick liegt kein Urteil.

Nur Verständnis.

Er legt mir einen Stab in die Hand.

„Das wird dir helfen“, sagt er leise.

Er zeigt mir eine Richtung.

Nicht weit.
Nur bis zur nächsten Herberge.

„Dort kannst du dich ausruhen“, sagt er.

Ich nicke.

Als ich wieder aufblicke,
ist er gegangen.

Ich weiß nicht, wer er war.

Ein Fremder.
Ein Wanderer.

Vielleicht mehr.

Aber ich weiß:

Ich war nicht allein.

Und ich bin es auch jetzt nicht.

Ich stehe auf.

Und gehe weiter.

Gebet

Jeschua,
warst Du es, der mir begegnet ist?

Ich habe Dich nicht erkannt.
Und doch hast Du mich gestärkt.

Wenn Du bei mir bist,
dann führe mich weiter.

Schritt für Schritt.

Amen

Siegelwort:

Manchmal begegnet uns Hilfe genau dort, wo unsere Kraft endet.

Schriftwort:

„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“
(2. Korinther 12,9)

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