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Wegmarke 6 –
Nicht mehr allein gehen

Am Morgen stehe ich auf und verlasse die Herberge.

Ich bin ausgeruht.
Mein Körper ist gestärkt, und in mir ist eine Ruhe,

die gestern noch nicht da war.

Ich trete wieder auf den Weg.
Ich weiß nicht, was vor mir liegt.
Aber ich bin bereit, weiterzugehen.

Nach einiger Zeit begegnet mir ein anderer Pilger.
Er geht denselben Weg wie ich,

und ohne viele Worte beginnen wir

nebeneinander zu gehen.

Wir sprechen.
Nicht über alles, aber über das, was uns bewegt.

Während wir gehen, wird der Weg leichter.
Ich achte weniger auf die Entfernung.
Es ist, als würde mich etwas tragen,

ohne dass ich es benennen kann.

Nach einer Weile kommen wir an eine Stelle,

an der sich unsere Wege trennen.

Wir halten an.
Kein großes Abschiedswort.
Nur ein stilles Nicken.

Dann gehe ich weiter.
Allein.

Doch ich spüre keine Leere.

Während ich weitergehe, beginne ich zu erkennen.

Ich blicke zurück – nicht mit meinen Augen,

sondern mit meinem Inneren.


Und plötzlich sehe ich die Spuren.

Ich erkenne, dass ich nicht verloren gegangen war.
Dass meine Schritte nicht unbeachtet gewesen waren.
Dass meine Suche nicht ohne Antwort geblieben war.

Nicht alles ist klar.
Aber ich weiß jetzt,

dass mein Weg nicht ohne Führung gewesen ist.

Und ich erkenne, dass ich nie allein gewesen war.

Der Ewige ist nahe.
Er führt mich.
Er bewahrt mich.
Er liebt mich.

Und in dieser Gewissheit gehe ich weiter.

Nicht mehr allein

Ich wurde geführt

Lange Zeit glaubte ich, ich müsste den Weg allein finden.

Ich suchte, ich fragte, ich ging Schritt für Schritt,

ohne zu wissen, ob ich richtig ging.

Jetzt erkenne ich, dass ich geführt worden war.

Nicht immer sichtbar.
Nicht immer so, wie ich es erwartet hätte.

Aber ich war nicht sich selbst überlassen.

Auch in Zeiten der Stille war der Ewige da.
Auch in Zeiten der Unsicherheit hat er mich bewahrt.

Ich beginne zu verstehen, dass mein Weg nicht zufällig war.

Ich wurde geführt

Ich bin nicht allein

Ich gehe weiter auf meinem Weg.

Äußerlich mag ich allein erscheinen.

Jetzt erkenne ich, dass ich geführt worden war. 

Doch innerlich ist etwas anders geworden.

Die Leere ist nicht mehr da.
An ihrer Stelle ist eine Gewissheit gewachsen.

Der Ewige ist nahe.
Er geht mit mir, auch wenn ich ihn nicht sehe.

Ich muss den Weg nicht aus eigener Kraft tragen.
Ich bin nicht allein.

Ich vertraue

Ich kenne nicht jeden Schritt, der vor mir liegt.

Ich habe nicht auf jede Frage eine Antwort.

Doch ich habe erkannt, dass ich geführt worden war. 

Und deshalb kann ich vertrauen.

Ich muss nicht alles kontrollieren.
Ich darf gehen, Schritt für Schritt.

Gott, der Ewige, wird mich weiterführen.
Und ich gehe weiter – im Vertrauen.

Gebet

Ewiger Gott,

du warst da, auch als ich dich nicht erkannt habe.


Du hast mich geführt, auch als ich meinte, allein zu gehen.

Du kennst meinen Weg.
Du kennst mein Herz.

Öffne meine Augen, damit ich deine Nähe erkenne.
Stärke mein Vertrauen, damit ich dir weiter folgen kann.

Lehre mich, in deiner Gewissheit zu gehen.

Amen

Siegelwort:

Du erkennst, dass du nie allein gegangen bist.

Schriftwort:

„Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen,

den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“
(Psalm 32,8)

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