Wegmarke 9 –
Am Brunnen
Der neue Tag ist angebrochen.
Ich habe geruht.
Ich wurde gereinigt.
Ich wurde gestärkt.
Und ich erinnere mich an das, was in mir geblieben ist:
Komm zum Brunnen.
Ich gehe.
Die Stadt ist erfüllt von Stimmen und Bewegung.
Ein Fest hat begonnen.
Menschen lachen, sprechen,
gehen aneinander vorbei.
Doch ich spüre, dass ich nicht hier bin,
um im Treiben zu bleiben.
Ich finde den Brunnen.
Ich setze mich.
Drei Frauen sitzen dort.
Ich geselle mich zu ihnen.
Wir sprechen.
Einfach.
Ohne Ziel.
Nach einer Weile kommt ein Mann.
Er setzt sich zu uns.
Er sagt nicht viel.
Doch ich spüre, dass er sich freut,
hier sitzen zu dürfen.
Als wäre es nicht selbstverständlich für ihn.
Er wirkt müde.
Und hungrig.
Ich sehe ihn.
Und ich gebe ihm etwas zu essen.
Er nimmt es dankbar an.
Er isst still.
Dann sieht er mich an und dankt mir.
Nicht mit vielen Worten.
Nur mit einem einfachen Dank.
Nach einer Weile steht er auf und geht.
Er verschwindet in der Menge.
Und ich bleibe zurück.
Etwas in mir ist still geworden.
Ich kann es nicht erklären.
Es war eine einfache Begegnung.
Und doch bleibt etwas.
Nach einiger Zeit stehe ich auf.
Ich gehe fort von dem Brunnen.
Fort vom Treiben der Stadt.
Ich suche einen ruhigen Ort.
Einen Ort des Friedens.
Ich setze mich.
Und in der Stille beginne ich zu verstehen,
dass auch die einfachen Begegnungen
Teil des Weges sind.
Dass Sehen und Geben nicht getrennt sind.
Dass der Gott nahe ist.
Auch in den unscheinbaren Momenten.
Zur rechten Zeit am rechten Ort
Ich bin nicht zufällig hier gewesen.
Ich wurde erinnert.
Und ich bin gegangen.
Ich habe nicht gewusst, warum.
Doch ich habe vertraut.
Jetzt erkenne ich, dass Jeschua mich geführt hat.
Zur rechten Zeit.
An den richtigen Ort.
Ich war zur rechten Zeit am richtigen Ort
Ich habe gesehen und gegeben
Der Mann war für viele unscheinbar.
Doch ich habe ihn gesehen.
Ich habe sein Bedürfnis erkannt.
Und ich habe gegeben, was ich geben konnte.
Es war nicht viel.
Aber es war genug.
Und ich beginne zu verstehen,
dass Geben Teil meines Weges ist.
Ich habe Jeschua im Verborgenen erkannt
Die Begegnung war einfach.
Keine großen Worte.
Keine sichtbaren Zeichen.
Und doch war da eine Tiefe, die geblieben ist.
Ich kann sie nicht erklären.
Aber ich weiß, dass der Jeschua nahe war.
Manchmal begegnet er mir leise.
Und ich lerne, aufmerksam zu sein.
Gebet
Jeschua haMaschiach - Jesus Christus,
ich danke die Begnungen auf dem Weg.
Öffne meine Augen, damit ich sehe.
Öffne mein Herz, damit ich erkenne.
Lehre mich, treu zu sein in den kleinen Dingen.
Führe mich zu den Begegnungen,
die du für mich bereitet hast.
Und lehre mich, dir zu begegnen,
auch wenn ich dich nicht sofort erkenne.
Amen.
Siegelwort:
Im Sehen und Geben begegnet dir Jeschua selbst.
Schriftwort:
„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
(Matthäus 25,40)

