Wegmarke 11 –
Der Weg bleibt in mir
Der Morgen ist ruhig.
Ich weiß, dass ich heute zurückkehren werde.
Ich stehe auf und bereite mich vor.
Meine Schritte sind langsam.
Ich gehe noch einmal durch den Ort.
Ich sehe die Wege.
Die Häuser.
Die Menschen.
Alles ist da.
Und doch sehe ich es anders als zuvor.
Ich gelange in einen Garten.
Es ist ein Kräutergarten.
Sorgfältig angelegt.
Still und geordnet.
Ich gehe langsam zwischen den Beeten entlang.
Ich lese die Schilder.
Ich sehe die Namen der Pflanzen.
Und die Worte, die ihre Wirkung beschreiben.
Heilung.
Stärkung.
Beruhigung.
Ich bleibe stehen.
Und eine Frage entsteht in mir.
Ist es jetzt an der Zeit, dass Heilung beginnt?
Nicht nur äußerlich.
Sondern tief in mir.
Ich denke daran, wie der Weg Spuren in mir hinterlassen hat.
Nicht alle sind sichtbar.
Aber sie sind da.
Und ich beginne zu verstehen, dass Heilung Teil des Weges ist.
Nicht alles geschieht im Gehen.
Manches geschieht im Stillwerden.
Im Pflegen.
Im Wiederhergestelltwerden.
Ein Gedanke kommt in mir auf.
Wie ein leises Bild.
Ein Ort der Versorgung.
Ein Ort für die Verwundeten.
Ein Ort der Heilung.
Ich gehe weiter.
Ich trage diesen Gedanken in mir.
Ich weiß noch nicht, was er bedeutet.
Doch ich weiß, dass er Teil meines Weges ist.
Ich gehe zum Bahnhof.
Ich warte.
Dann kommt der Zug.
Ich steige ein.
Ich setze mich ans Fenster.
Und während sich der Zug in Bewegung setzt,
sehe ich den Ort langsam hinter mir zurückbleiben.
Der Weg liegt hinter mir.
Und doch spüre ich, dass er nicht wirklich hinter mir liegt.
Er ist in mir.
Die Stille ist mit mir gegangen.
Die Gewissheit ist geblieben.
Und ich beginne zu verstehen:
Der Weg geht weiter.
In mir.
Ich habe erkannt, dass Heilung Teil meines Weges ist
Ich habe gelernt zu gehen.
Jetzt beginne ich zu lernen, still zu werden.
Ich erkenne, dass der Ewige nicht nur führt.
Er heilt.
Was erschöpft ist, darf erneuert werden.
Was verwundet ist, darf heilen
Ich habe begonnen, auf die leisen Hinweise zu achten
Der Kräutergarten war still.
Und doch hat er zu mir gesprochen.
Ich beginne zu verstehen, dass der Ewige auf viele Weise spricht.
Leise.
Und tief.
Ich lerne, aufmerksam zu sein
Ich trage den Weg in mir weiter
Ich kehre zurück.
Doch ich kehre nicht leer zurück.
Der Weg lebt in mir weiter.
Und ich vertraue darauf, dass der Ewige mich weiterführen wird.
Schritt für Schritt
Gebet
Vater,
du kennst meine Wunden.
Du kennst meine Erschöpfung.
Und du kennst den Weg der Heilung.
Ich danke dir, dass du mir in Jeschua
den Weg, die Wahrheit und das Leben geschenkt hast.
Durch ihn darf ich zu dir kommen.
Durch ihn finde ich Ruhe.
Heile, was in mir verwundet ist.
Erneuere, was in mir schwach geworden ist.
Und lehre mich, in deiner Gegenwart zu bleiben.
Lass mich aus dieser Zugehörigkeit leben –
als dein Kind,
getragen von deinem Geist.
Amen.
Siegelwort:
Du bist nicht mehr auf dem Weg nach Hause.
Du bist zu Hause.
Schriftwort:
„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“
(1. Korinther 3,16)
und
„Siehe, die Wohnung Gottes ist bei den Menschen.“
(Offenbarung 21,3)

