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Der Glaube, der Berge versetzen kann

Mein Glaube wurde geprüft!

(Gastbeitrag aus der Schweiz)


Ich ging spazieren und betrachtete den Vorderglärnisch. Dazu spreche ich mit oder zu meinem Gott: „In deinem Wort steht doch, dass wer glaubt, kann zu diesem Berg sagen: Hebe dich hinweg… wie ist es aber mit Menschen, die einen eigenen Willen haben?“ Ich fühlte mich trotz allem allein, hier im Glarnerland. „Was wirst du tun, Vater?“, war meine Frage. „Du hast mir einen Mann versprochen, damals in Bern, als ich meine beste Arbeitsstelle künden musste. Jetzt bin ich hier, und sehe keine Hoffnung.“ Niemand verstand mich, nicht meine Eltern, nicht der Pfarrer von Zimmerwald. Ich fühle mich allein!

 

In einem Gottesdienst hatte eine ältere Frau wieder eine Botschaft für mich: „Hat es dir jemals an etwas Gutem gefehlt, wenn du mir vertraut hast?“ Ich musste sagen: „Nein, Vater“,  und weinte still für mich.

 

So kam es auch dass der Pastor der Gemeinde den Auftrag erteilte: „Bitte betet für Anna für

einen Mann. Dann hat sie ihren Versorger und wir doch die Kindertante.“ Das sagte er während meines Dienstes der damals noch Sonntagschule. Danach kam  eine der  Frauen zu mir und teilte mir das gesagte mit. Ich hatte noch die Sachen zu verräumen und ging dann in mein Zimmer, um mit dem Vater allein zu sein. Vor dem Bett ging ich auf die Knie, wie ich es in Ostermundigen auch tat. Betete und sagte: „Bitte Vater, falls du diese Gebete erhören willst, dann möchte ich doch auch etwas dazu sagen!


  • Lass nicht zu, dass es wieder so ein Flopp wird! (ich war schon einmal verlobt – doch dieser Mann passte nicht zu mir)

  • Er müsste mit den Bauern vertraut sein, selbst ein Bauernsohn, ein Landmaschinenmechaniker oder so ähnlich sein.

  • Schön wäre es, wenn er ein Berner wäre.

  • Jedenfalls müssen wir zusammenpassen (nicht ein Mann um jeden Preis wie damals!) Amen!“


Ich stand vom Bett auf und schaute aus dem Zimmerfenster, dazu sagte ich noch so zu Gott oder mir selbst: „Näfels wäre genau die richtige Distanz umeinander kennen zu lernen.“ Doch dabei hatte ich wohl schon den Berner vergessen, in Näfels? Näfels im Kanton Glarus! Zu dieser Zeit hatte ich noch nicht gewusst, dass es in Näfels eine Landmaschinenwerkstätte gab. Nichts davon, dass dieser Besitzer in die Notlage kam, einen Landmaschinen Mechaniker anstellen zu müssen, zwar hatte er einen guten Mechaniker, doch dieser hat gekündigt. So ging dieser Besitzer in die FEG Ennenda, wo er um Gebetsunterstützung bat, um seinen Arbeiter zu ersetzen.


Ich hatte auch keine Ahnung davon, was sich sonst noch ereignen musste.


Ruedi, im Hitzenberg, Eriswil, aufgewachsen und bis zu dieser Zeit mehrheitlich daheim wohnte, besuchte die Jugendgruppe Wasen/Sumiswald. Zu dieser war er „verpflichtet“ eine junge Frau stets mitzunehmen. Das ging gut, bis sie am Silvester nicht aussteigen wollte, weil sie so Hoffnung hatte, sie könnte Ruedi gefallen. Dem war jedoch nicht so – so dass er dachte: am besten gehe ich weit weg, so hört das Mitnehmen müssen auf. Er kündigte seinen aktuellen Job als Landmaschinen-mechaniker – erst dann sah er sich die Inserate an. Dabei stieß er auf Näfels. Diese Stelle sah er sich an und das Interesse am Glarnerland war geweckt. Nach Ostern trat er die Stelle an.


Die Auffahrt nahte, da war ein Großanlass der Schweizerischen Pfingstgemeindejugend im Sportzentrum Näfels angesagt. Ich ging auch hin, denn schließlich kam auch die Berner-Jugi (Jugendherberge), auf dieses Wiedersehen freute ich mich sehr. Die Botschaftsprach mich an. Der Redner sprach vom verlorenen Sohn er sagte, wir sollten auch viel mehr sagen: „Mache mich zu dem, was du von mir willst, statt: gib mir eine Frau, einen Mann einen guten Job.“ Ich fühlte mich ertappt und verunsichert. Als die Berner gegangen waren, ging ich auch. Nach Glarus. Ich musste allein sein und ging der Linth entlang spazieren. Bei einem Apfelbaum blieb ich stehen und betrachtete die feinen Blüten. Wieder betend: „Was mache ich Vater, wenn nun doch ein junger Mann käme und Interesse an mir bekunden würde.“ Ich hatte das Gefühl bekommen Gott wolle, dass ich ledig bliebe, nach dieser Botschaft erst recht. So stellte ich diese Frage, bangend und da hörte ich Gott, wie er schallend lachte: „Du bist doch ein Dummerchen! Lass das meine Sorge sein!“


Langsam ging ich zurück, da kam mir eine der jungen Frauen aus unserer Jugi entgegen: „Anna, Anna, du musst mal kommen. Bei uns hat sich ein junger Mann den anderen angeschlossen und ist jetzt im Gottesdienst Raum.“ Sie war so freudig erregt. Ich dachte: „Ja und? Um gleich wieder weiterzugehen?“ Ich ging mit ihr in diesen Raum und da stand Ruedi, etwas verdrückt und scheu in einem Winkel. Ich ging hin, um ihn zu grüßen und wusste gleich, wie ich seine Hand in der meinen hielt: das ist der, für den die Gemeinde gebetet hatte. Das wird mein Mann!


Jetzt sind wir 45 Jahre verheiratet.





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