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TAG 40/40 – VIERZIG TAGE UNTERWEGS – WAS BLEIBT

Rückblick – unterwegs mit Gott

Das Leben gleicht einer Reise. Es gibt viel zu entdecken, neue Weggefährten begegnen uns, und jede Etappe bringt eigene Erfahrungen mit sich. Pilgern bedeutet, sich auf den Weg zu machen.Im vergangenen Jahr begab ich mich auf eine gedankliche vierzigtägige Pilgerreise, um Gott näherzukommen. Anfangs ging ich schnellen Schrittes, doch bald wurde mir bewusst, dass diese vierzig Tage kein festes Programm waren, sondern ein gemeinsamer Weg mit Gott – einem Gott, der den Menschen sucht, anspricht, treu begleitet und durch die Zeit führt.


Ich spürte, dass ich langsamer werden musste. Pausen wurden nötig, um das Gehörte zu verarbeiten und innerlich zu bewegen. Mit jedem Beitrag wuchs die Gewissheit, dass Gott selbst mehr und mehr die Führung übernahm.


Beziehung, Führung, Hoffnung

Was sich auf diesem Weg nicht nur für mich, sondern für uns gemeinsam zeigte, war die tiefe Sehnsucht Gottes nach Beziehung. Gott sucht Beziehung, denn er ist Liebe. In Johannes 3,16 heißt es:

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.

Gott ist ein gnädiger Gott, der nichts sehnlicher wünscht, als dass wir nach Hause finden. Jesus veranschaulichte dies im Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15). Der Sohn hatte sich auf den Weg gemacht und war dabei vom Weg abgekommen. Doch der Vater wartete geduldig auf seine Rückkehr. Dieses Bild lässt erahnen, wie unser himmlischer Vater auf uns wartet.


In diesen vierzig Tagen nahm Gott uns mit auf eine Reise, die Vertrauen wachsen ließ und uns durch die Jahreszeiten und die biblischen Feste trug. Schritt für Schritt durften wir teilhaben und ihn besser kennenlernen. Dabei trat immer deutlicher ein roter Faden hervor: Es ging nicht zuerst um einzelne Themen oder Lehrfragen, sondern um die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Gott ruft uns, führt uns, nimmt uns an die Hand und beschützt uns. Er formt unsere Identität, weckt Hoffnung und bleibt treu in dem, was er verheißt.


Ob im Licht der biblischen Feste, in Fragen von Umkehr und Vertrauen oder in der Ausrichtung auf das kommende Reich Gottes – immer wieder wurde sichtbar, dass der Glaubensweg eine Pilgerschaft ist: ein Unterwegssein mit Gott, der heilt, vorbereitet und auf die messianische Hoffnung hinführt.


Wahrgenommene Unterschiede

Auf diesem Weg begegnete uns der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Mir wurde erneut bewusst, dass der christliche Glaube auf dem jüdischen Glauben an Gott JHWH gründet. Zwischen jüdischem, messianisch-jüdischem und christlichem Glauben besteht eine enge Verbundenheit, auf die bereits Jesus hinwies (Johannes 5,46). Juden und Christen teilen den Glauben an denselben Gott und den ersten Teil der Bibel, den Tenach.


Während Juden noch auf den Messias warten, erkennen messianische Juden und Christen in Jeschua (Jesus) den verheißenen Messias. Messianische Juden unterscheiden sich von vielen Christen vor allem durch ihre jüdische Lebensweise, etwa im Halten des Schabbats und der biblischen Feste.


So wurden auf diesem Weg Unterschiede bewusster – zwischen jüdischem Glauben, messianisch-jüdischer Hoffnung und christlicher Prägung. Doch stärker als das Trennende trat etwas Gemeinsames hervor: der eine Gott, der liebt, ruft, rettet, führt, heilt und auf sein Reich hin ausrichtet.


Was bleibt – Übergang

Was bleibt nach diesen vierzig Tagen?

Pilgerin mit Wanderstock auf einem ruhigen Weg durch die Natur – unterwegs im Vertrauen auf Gottes Führung.
„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen – woher kommt mir Hilfe?“ (Ps 121,1)

Keine fertigen Antworten und keine abgeschlossene Lehre.Was bleibt, ist das Bewusstsein, dass Gott uns auf den Weg ruft – und dass dieser Weg immer Beziehung ist.


Es bleibt die Erfahrung, dass Gott treu führt und uns in ihm geborgen wissen lässt, auch wenn wir langsamer werden, innehalten oder Fragen offenbleiben. Es bleibt die Hoffnung, dass sein Heilshandeln nicht abgeschlossen ist, sondern auf sein kommendes Reich hinführt.


Diese vierzig Tage markieren keinen Endpunkt, sondern einen Abschnitt auf einer größeren Pilgerschaft. Dankbar blicke ich zurück – und gehe zugleich weiter, im Vertrauen darauf, dass Gott auch die nächsten Schritte kennt.

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