Tag 39/40: JHWH, Jeschua und Ruach haKodesch – Gott erkennen, nicht nur über ihn wissen
- Margit Kresin

- 23. Jan.
- 4 Min. Lesezeit

Viele Menschen wissen etwas über Gott. Sie kennen Geschichten, Begriffe, vielleicht sogar Bibelstellen. Doch Gott selbst lädt uns nicht nur zu Wissen ein, sondern zu Beziehung. Er möchte nicht bloß verstanden, sondern erkannt werden – mit dem Herzen, nicht nur mit dem Verstand.
Darum offenbart sich Gott in der Bibel nicht zuerst durch abstrakte Lehrsätze, sondern durch Namen. Namen tragen im Hebräischen Wesen, Auftrag und Beziehung. Sie sind nicht bloß Bezeichnungen – sie sind Offenbarung.
JHWH – יהוה – Gott erkennen als den, der da ist
Wenn Gott sich in der Bibel offenbart, dann nicht zuerst durch abstrakte Lehrsätze, sondern durch Namen. Namen tragen im Hebräischen Wesen, Auftrag und Beziehung. Sie sind nicht nur Bezeichnungen – sie sind Offenbarung.
Der heiligste Name Gottes ist das sogenannte Tetragramm:
JHWH יהוה
bestehend aus vier Buchstaben: Jod – He – Waw – He
Er wird oft als Jahwe oder Jehova wiedergegeben. Manche sprechen ihn als Jahuwah (Jäh-au-wah) aus. Die ursprüngliche Aussprache ist nicht sicher überliefert, doch der hebräische Klang ist weicher und fließender, ähnlich wie bei vielen hebräischen Worten, die wir heute härter aussprechen, als sie ursprünglich klangen.
In diesem Namen steckt auch die Kurzform JAH – ein Name, der uns aus dem Wort Hallelujah vertraut ist.
Hallelujah bedeutet: „Preist JAH!“
Schon darin liegt etwas zutiefst Persönliches: Gott ist nicht nur ein Titel, nicht nur ein Konzept – er ist jemand, der gerufen, gelobt und angerufen wird.
Als Mose Gott fragt, wie sein Name sei, antwortet Gott:
„Ich bin, der ich bin.“ (2. Mose 3,14)
Das bedeutet:
Ich war.
Ich bin.
Ich werde sein.
Gott ist nicht zeitgebunden. Er ist nicht launisch. Er ist beständig.
JHWH ist kein ferner Gott. Sein Name bedeutet: Ich bin da.
Immer wieder sagt er:
„Ich bin mit dir.“
„Fürchte dich nicht.“
„Ich verlasse dich nicht.“
Er ist ein Bundesgott. Das heißt: Er bindet sich. Er bleibt, auch wenn wir wanken.
Die Bibel zeigt uns: Gott trägt nicht nur väterliche, sondern auch mütterliche Züge. Er tröstet, sammelt, nährt, schützt. Nicht weil er weiblich wäre – sondern weil er Quelle aller Liebe ist.
JHWH ist nicht kalt.
Er ist lebendig.
Und er sagt: Ich bin da – auch für dich.
Jeschua haMaschiach – Gott erkennen als Retter, König, Hohepriester und Bräutigam
Der Name Jeschua (יֵשׁוּעַ) bedeutet: „JHWH rettet.“
Schon der Name ist eine Botschaft.
Jeschua war Jude. Er lebte unter jüdischen Menschen. Er lehrte aus der Tora – und sagte, er sei gekommen, um sie zu erfüllen, nicht abzuschaffen.
Als Jeschua haMaschiach ist er:
Der Retter
Er rettet nicht nur von Schuld, sondern aus Verlorenheit, Angst und innerer Gefangenschaft. Seine Rettung geht bis ins Herz.
Er sieht nicht nur, was wir getan haben – sondern wer wir sind. Und wer wir sein dürfen.
Der König
Aber nicht wie die Könige dieser Welt. Er regiert durch Liebe, nicht durch Zwang.Durch Wahrheit, nicht durch Angst.
Sein Reich bringt Heilung, Freiheit und Wiederherstellung. Er erhebt nicht, um zu beherrschen – sondern um aufzurichten.
Der Hohepriester
Jeschua ist nicht nur König – er ist auch unser Hohepriester.
Das bedeutet: Er steht zwischen Gott und Mensch.
Er bringt nicht Opfer dar – er ist selbst das Opfer.
Er klagt nicht an – er tritt für uns ein.
Er weist nicht ab – er verbindet.
Als Hohepriester kennt er unsere Schwachheit.
Er weiß, wie es ist, Mensch zu sein.
Und genau deshalb dürfen wir mit allem zu ihm kommen:
mit Schuld, mit Fragen, mit Angst und mit Hoffnung.
Er ist nicht fern.
Er ist nahe.
Der Bräutigam
Dieses Bild ist eines der tiefsten in der Bibel.
Ein Bräutigam sucht.
Ein Bräutigam wirbt.
Ein Bräutigam bereitet eine Wohnung.
Ein Bräutigam wartet.
Die Bibel endet nicht mit Gericht, sondern mit einer Hochzeit: der Hochzeit des Lammes.
Gott will keine distanzierte Beziehung.
Er will Nähe.
Verbindung.
Gemeinschaft.
Ruach haKodesch – רוח הקודש – Gott erkennen in seiner lebendigen Gegenwar
Der Geist Gottes – lebendig, tröstend, schöpferisch.
Ruach = Wind, Atem, Geist
haKodesch = das Heilige
Zusammen: Der heilige Atem Gottes
Schon in der Schöpfung schwebt die Ruach über den Wassern. Das hebräische Wort kann auch „brüten“ bedeuten – wie ein Vogel über seinen Eiern.
Die Ruach bringt Leben ins Leere.
Ordnung ins Chaos.
Bewegung ins Erstarrte.
Die weibliche grammatische Form – und warum sie wichtig ist
Im Hebräischen ist das Wort Ruach grammatikalisch weiblich.
Das bedeutet nicht, dass Gott weiblich ist – denn Gott ist Geist.
Aber es bedeutet: Die Bibel kennt diese lebensschaffende, nährende, tröstende Dimension Gottes.
Viele Frauen vermissen diese Seite in ihrem Glaubensleben.
Doch die Bibel zeigt:
Gott tröstet wie eine Mutter.
Gott sammelt wie eine Henne ihre Küken.
Gott nährt, trägt und schützt.
Die Ruach ist die Gegenwart Gottes, die uns umhüllt, durchdringt, heilt.
Gottes Schutz – Die geistliche „Firewall“
Wir leben in einer Zeit voller Stimmen, Ängste und Verwirrung. Nicht alles, was laut ist, ist wahr. Nicht alles, was sich gut anfühlt, ist gut.
Darum hat Gott uns nicht schutzlos gelassen.
Man könnte sagen: Er selbst ist unsere geistliche Firewall.
Jeschua – der Hüter deines Herzens
Er sagt:
„Ich bin die Tür.“
Nicht, um zu überwachen.
Sondern um seinen Schafen den Weg zu öffnen.
Gottes zehn Gebote sind nicht gegeben, um einzuengen, sondern um zu bewahren.
Sie sind keine Mauern – sie sind Geländer.
Die Ruach – die innere Wächterin
Die Ruach wirkt wie ein inneres Schutzsystem.
Sie warnt.
Sie prüft.
Sie schenkt Frieden.
Nicht laut.
Aber treu.
Wie eine Mutter, die ihr Kind sanft zurückzieht, bevor es auf die Straße läuft.
Gottes Grenzen sind Liebesgrenzen
Ein Kind ohne Grenzen ist nicht frei – sondern gefährdet.
So ist es auch geistlich.
Gottes Wahrheit schützt.
Gottes Wort klärt.
Gottes Geist führt.
Ein Gott, der dich nicht loslässt
JHWH – der Ewige
Jeschua – Retter, König, Hohepriester und Bräutigam
Ruach haKodesch – Gottes Atem in dir
Das ist kein System.
Das ist Beziehung.
Kein Zwang.
Keine Angst.
Keine Leistung.
Sondern:
Nähe.
Treue.
Führung.
Liebe.
Ausblick auf Tag 40 / 40
In dem nächsten Beitrag schauen wir auf die Unterschiede zwischen Judentum, Christentum und messianischem Glauben.
Aber heute bleibt diese Wahrheit:
Nicht Religion rettet.
Nicht Systeme.
Nicht Wissen.
Sondern Beziehung.




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