Befiehl JHWH deinen Weg
- Margit Kresin
- vor 3 Tagen
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„Befiehl JHWH deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln.“ (Psalm 37,5)„Befiehl JHWH deine Werke, so werden deine Vorhaben gelingen.“ (Sprüche 16,3)
Es gibt Zeiten im Leben, in denen wir merken, dass wir nicht alles in der Hand haben. Pläne verändern sich, Sicherheiten werden erschüttert, und das, worauf wir gebaut haben, trägt nicht mehr selbstverständlich.
Gerade dann stellt sich die Frage: Wem befehle ich meinen Weg an?
Nicht nur meine Sorgen.
Nicht nur meine Bitten.
Sondern meinen Weg.
Das hebräische Wort für „befehlen“ bedeutet, etwas hinüberzurollen – bewusst abzulegen, in andere Hände zu legen. Es ist kein resigniertes Aufgeben, sondern ein aktives Übergeben. Ich lasse los, damit Gott handeln kann.
Zwischen eigener Kontrolle
und echtem Vertrauen
Wir Menschen neigen dazu, Lösungen schnell selbst zu bauen. Wenn Unsicherheit wächst, wächst auch unser Bedürfnis nach Kontrolle. Wir planen mehr, sichern uns ab, suchen sichtbare Antworten.
Das ist verständlich. Aber es ist nicht immer Vertrauen.
Israel musste in der Wüste lernen, zu warten. Mose war auf dem Berg, Gott sprach mit ihm – und unten wurde das Volk ungeduldig. Sie wollten etwas Sichtbares, etwas Greifbares. Sie hatten Angst. Und aus Angst bauten sie sich ein Ersatzbild.
Ungeduld ist oft nur verkleidete Furcht.
Vertrauen hingegen bedeutet, auszuhalten.
Nicht in alte Muster zurückzufallen.
Nicht aus Panik zu handeln.
Meine eigenen Erfahrungen
Ich schreibe das nicht aus der Distanz.
Mehr als einmal hing mein Leben am seidenen Faden. Bei einer schweren Infektion wussten die Ärzte zunächst nicht, was mir fehlte. Ich erhielt mehrere Medikamente gleichzeitig, in der Hoffnung, dass eines davon helfen würde. Ich fühlte mich ausgeliefert – menschlich gesprochen ein Versuch.
Doch ich war nicht allein.
Kurz zuvor hatte Gott meine Mutter zu uns geschickt, obwohl wir es gar nicht geplant hatten. Sie war da, um meine Kinder zu versorgen, als ich ins Krankenhaus musste. Damals lernte ich neu, was es bedeutet, meinen Weg nicht selbst festzuhalten, sondern ihn abzugeben.
Ein anderes Mal sandte Gott mich – scheinbar wegen meines Kindes – zum Arzt. In Wirklichkeit war ich es, die in Lebensgefahr schwebte. Wochenlang lag ich im Fieber, zwischen Schlaf und Delirium, und betete Psalm 121 immer wieder. Ich konnte nichts mehr tun. Nur vertrauen.
Und ich habe erlebt:
Er trägt.
Nicht immer schnell.
Nicht immer spektakulär.
Aber treu.
Werke befehlen heißt nicht, untätig bleiben
„Befiehl JHWH deine Werke“ bedeutet nicht, die Hände in den Schoß zu legen. Es bedeutet auch nicht, Verantwortung abzuschieben.
Wir arbeiten.
Wir planen.
Wir dienen.
Aber wir tun es nicht aus Angst, sondern aus Vertrauen.
Wir wissen, dass letztlich nicht unser Vorhaben trägt – sondern Seines.
Das nimmt Druck.
Und es schenkt Klarheit.
Ein neuer Abschnitt
In den vergangenen Monaten hat sich etwas verdichtet.
Zum Ende des letzten Jahres durfte ich vierzig Beiträge in Folge veröffentlichen – vierzig Tage des Schreibens, Prüfens, Hörens, Ringens. Rückblickend erkenne ich darin mehr als eine Serie von Texten. Es war eine Vorbereitungszeit.
Vierzig Tage – eine Zeit der Klärung.
Eine Zeit der Prüfung.
Eine Zeit des Übergangs.
In der Schrift stehen vierzig Tage oder vierzig Jahre oft für einen Durchgang, der nicht Selbstzweck ist, sondern auf etwas Neues vorbereitet. Mose war vierzig Tage auf dem Berg. Israel ging vierzig Jahre durch die Wüste. Jahschua wurde vierzig Tage geprüft, bevor sein öffentlicher Dienst begann.
Und vielleicht ist es kein Zufall, dass ich in diesem Jahr auf vierzig Jahre mit JHWH zurückblicke.
Vierzig Jahre des Lernens.
Vierzig Jahre des Bewahrtwerdens.
Nicht immer stark – aber immer getragen.
Rückblickend sehe ich nicht meine Treue.
Sondern Seine.
Vierzig Jahre haben geprägt.
Vierzig Tage haben verdichtet.
Was lange gereift ist, wurde nun sichtbar.
Aus dieser Wegstrecke entsteht nun eine neue Website:
Nahara Emet – Der Strom der Wahrheit.
Nahara – Strom.

Emet – Wahrheit.
Ein Strom bleibt nicht stehen.
Er bewegt sich.
Er trägt.
Und er führt zurück zur Quelle allen Lebens.
Dieser Schritt ist nicht spontan entstanden.
Er ist über Jahre gereift –
und wird nun sichtbar.
Nahara Emet soll ein Ort sein, an dem Glaube geordnet, biblisch fundiert und im Vertrauen auf JHWH gelebt wird. Kein Ort der Oberflächlichkeit – sondern ein Weg der Ausrichtung.
Diesen neuen Weg lege ich bewusst in JHWHs Hand.
Ich kenne nicht jeden Schritt –aber ich kenne den, der führt.
Ich lade dich ein, diesen Weg mitzugehen.
Nicht als Zuschauer.
Sondern als Suchender.
Als Lernender.
Als jemand, der sich neu ausrichten möchte.
In den kommenden Wochen werde ich Schritt für Schritt mehr darüber schreiben und Nahara Emet behutsam vorstellen.
Alles hat seine Zeit.
