POWER NAP

Heute Vormittag sind mein Mann und ich einfach mal Richtung Osnabrück losgefahren. Wenn mein Mann fährt, fahren wir immer nur Landstraße, weil er so am besten abschalten kann. Er mag keine Autobahnen oder viel Verkehr; er genießt es einfach in der Landschaft umher zu fahren. Wie ich vermutet hatte, zog sich die Fahrt hin - mal ging es an einer Bahnstrecke entlang, mal dort durch ein kleines Dorf. Unterwegs führten wir sehr ernste Glaubensgespräche. In dieser Endzeit gibt es immer wieder Neues zu bedenken und zu beachten.


Mittags legten wir eine kurze Pause beim Bäcker ein. Auf dem Weg dorthin wurden meine Füße nass, denn obgleich wir noch August haben, war es kühl und regnerisch. Der Wind fegte um jede Ecke. Ich finde solche Regenfahrten zwar schön, doch meine Augen ermüden sehr schnell. Auf der Rückfahrt hielten wir noch bei einer Tankstelle an und ihr werdet es kaum glauben, aber ich war ruckzuck eingeschlafen. Ich hatte für circa fünf Minuten meine Augen geschlossen und einen „Power Nap“ gehalten. „Power Napping“, ist ein kurzer "Minutenschlaf" tagsüber. Er steigert die Konzentration und macht fit für den restlichen Tag. Schon in meiner Zeit als Lehrerin hat dies mir oft geholfen wieder neue Kraft für die restlichen Nachmittags Unterrichtsstunden oder eine Lehrerkonferenz zu sammeln.


Nach dem Aufwachen musste ich an Jesus und sein kurzen Schlaf im Boot denken. In Markus 4, 35 – 41 (Hfa) lesen wir: Am Abend dieses Tages sagte Jesus zu seinen Jüngern: «Kommt, wir wollen ans andere Ufer übersetzen!» Sie schickten die Menschen weg und ruderten mit dem Boot, in dem Jesus saß, auf den See hinaus. Einige andere Boote folgten ihnen. Da brach ein gewaltiger Sturm los. Hohe Wellen schlugen ins Boot, es lief voll Wasser und drohte zu sinken. Jesus aber schlief hinten im Boot auf einem Kissen. Da rüttelten ihn die Jünger wach und schrien voller Angst: «Herr, wir gehen unter! Merkst du das nicht?» Sofort stand Jesus auf, bedrohte den Wind und rief in das Toben der See: «Sei still! Schweige!» Da legte sich der Sturm, und tiefe Stille breitete sich aus. «Warum hattet ihr solche Angst?» fragte Jesus seine Jünger, «habt ihr denn gar kein Vertrauen zu mir?» Voller Entsetzen flüsterten die Jünger einander zu: «Was ist das für ein Mann! Selbst Wind und Wellen gehorchen ihm!»


Jesus hatte sich nach einem anstrengenden Tag kurz hingelegt. Er war so erschöpft, dass er gleich im Boot von der Müdigkeit übermannt wurde. Die Fahrt auf dem See war Routine für Männer, denn viele waren erfahrene Fischer, die den See Genezareth sehr gut kannten. Er war schließlich lange genug der Arbeitsplatz von Petrus, Jakobus und Johannes.

Jesus ruhte sich aus und schöpfte neue Kraft. Als seine Jünger ihn weckten, war er sehr erstaunt über ihr Verhalten. Sie hatten doch gesehen, dass er Wunder bewirkt hatte, sie wussten ihn in seiner Nähe und nun während er mal einen „Power Nap“ machte, gerieten sie in Panik.


So wie Jesus brauchen auch wir unsere Ruhepausen. Manche Pausen sind nur ganz kurz, andere sind etwas länger und ausgiebiger. Wir können nicht in einem durch arbeiten und uns konzentrieren. Gott schenkt uns diese Ruhezeiten. Er schenkt uns den Sabbat; Er schenkt uns alle sieben Jahre ein Sabbatjahr; Er schenkt uns Seine regelmäßigen Feiertage nicht nur um Ihm die Ehre zu erweisen, sondern auch um zur Ruhe zu kommen und um neue Kräfte zu sammeln.


Jesus konnte gleich nach seiner kurzen Kraft-Pause wieder voll und konzentriert wirken. Da wir ihm immer ähnlicher werden sollen und wollen, können und sollten wir ihm auch hier lernen nach zu ahmen.


Jesus ist immer früh morgens aufgestanden um Zeit mit dem himmlischen Vater zu verbringen. Lange bevor die anderen aufstanden waren, war Jesus schon im Gespräch mit Gott vertieft. Er ließ sich sagen, was am kommenden Tag zu erwarten war. Jesus tat nichts ohne, dass er es seinen und unseren Vater etwas vorher tun sah.


Lasst uns Jesus nachahmen: Lasst uns Zeit nehmen für das Gespräch mit unserem himmlischen und allmächtigen Vater; lasst uns Ihn loben und preisen und dann frisch gestärkt in den Tag starten. Wenn wir merken, dass wir erschöpft sind, lasst uns eine kurze Pause einlegen um neue Kraft zu sammeln um später weiter Gottes Willen zu tun; lasst uns unsere regelmäßige Nachtruhe einlegen und nach sechs Tagen uns zusammen bei Gott aus zu ruhen und Gemeinschaft mit Ihm zu haben.


Lasst uns Jesus in unser Boot nehmen und ihm die Leitung übergeben. Er kennt den Weg zum Vater und führt uns in Wahrheit zum ewigen Leben. (Joh 14,6)


Wir sollten genau hinhören, welchen Kurs er vorgibt: Wie sein Wille für diese Woche lautet, welche Termine auf seinem Kalender für uns stehen. Wir dürfen ihn fragen: „Herr, was willst du?“ und dann sollten wir auch tun, was er uns sagt! Wir dürfen auch kurze Pausen einlegen, und wir müssen nicht alleine mit den Stürmen fertig werden. Wir dürfen Jesus wecken und ihn um Hilfe bitten. Er wird mit unseren Stürmen fertig! Amen.





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